Domaine Bessin

Ort: Chablis
Land - Gebiet: Frankreich - Bourgogne
Adresse: 18 rue de Chitry F-89800 CHABLIS

Romain Bessin und sein Vater Jean Claude gelten als Meisterwinzer im Chablis. William Kelly, der für den Wine Advocate den Norden Burgunds beackert, zählt das Weingut zu „Chablis's top half-dozen domaines“ wie etwa Raveneau, Moreau-Naudet oder Dauvissat. Die Bessins suchen bei ihren Weinen die perfekte Kombination aus Säure, Substanz und Finesse, um die für Chablis so typische Spannung zu erhalten. Dies ist ihnen im Jahrgang 2018 perfekt gelungen, er ist die verdiente Steigerung zu den bereits exzellenten Jahrgängen 2016 und 2017.

Mit ein Grund für die großartige Typizität ist sicherlich die lange Reifezeit auf der Feinhefe. Bis zu 18 Monate liegen die Weine im Edelstahltank oder großen Holzfaß, womit klar ist, daß es sich bei den Weinen eher um Spät- als Frühstarter handelt. Wie bei großen Chablis üblich, benötigen sie mindestens zwei Jahre Flaschenreife, um ihre volle Schönheit entfalten zu können, das Reifepotential beträgt bereits bei der Basis locker 10 Jahre. Die Weine bieten alles, was man bei einem großartigen Chablis sucht.

Evelyn und Jean Claude Bessin übernahmen das Weingut vor über 30 Jahren. Der Ursprung des Weingutes reicht zurück in die 1880er Jahre, als man mit den ersten Weinen aus dem heutigen Premier Cru La Fourchaume startete. Evelyn kommt aus der Winzerfamilie, Jean Claude ist diplomierter Architekt, hatte aber zu Beginn der 1990er Jahre einen Sinnkrise. Evelyn besuchte ab 1992 die Ecole des Vins de Beaune, um sich zum Thema Önologie fortzubilden. Zeitgleich kümmerte sich Jean-Claude darum, das Weingut seiner Schwiegereltern und die Reben auf Vordermann zu bringen. 

Bereits 1992 kam der erste selbsterzeugte Jahrgang in den Keller. Die Resultate waren sehr ermutigend, aber bis zum Durchbruch dauerte es noch viele Jahre. Unbeirrt setzten die Bessins die Arbeit fort, die Weine gewannen von Jahr zu Jahr an Qualität. Von Beginn an kam die Lagencharakteristik klar zum Vorschein, quasi blind konnte (und kann) man die einzelnen Weine erkennen. 1996 folgte der Verzicht auf Herbizide und Fungizide, seitdem werden Methoden des biologischen Weinbaus („Lutte Raisonée“) angewendet. Dazu gehören Pheromonfallen, der vorsichtige Einsatz von Kupfer und Schwefel und die von der Eidgenössische landwirtschaftliche Forschungsanstalt für Pflanzenbau bei Nyon entwickelten Maßnahmen zum Pflanzenschutz.

Im Jahr 2017 nahm mit Romain Bessin die nächste, sechste Generation die Arbeit auf. Er wird langfristig den Betrieb seiner Eltern weiterführen und es kann damit gerechnet werden, daß die Weine in der Qualität noch einmal etwas zulegen werden.
12 Hektar Reben hat die Domaine Bessin derzeit (Stand 2020), die einzelnen Lagen sind weiter unten aufgeführt. Die Lese erfolgt stets von Hand, gekeltert werden ganze Trauben sanft in einer pneumatischen Presse, die Mostgärung erfolgt ausschließlich spontan in Holzfässern und temperaturkontrolliert in kleineren Edelstahltanks.
Alle Weine durchlaufen die malolaktische Fermentation. Nach Abschluß der Gärung bleiben die jungen Weine acht bis zwölf Monate auf der Feinhefe liegen, vor der Abfüllung gibt es eine leichte Filtration.
Alle Crus haben einen Anteil von maximal 10% neuem Holz, womit der intensivere Charakter der Weine zum Teil erklärt werden kann. Hinzu kommt das zum Teil beachtliche Alter der Reben, der größte Teil wurde Mitte der 1950er bis in die 1970er Jahre gesetzt.
Eine Ausnahme bildet der 1er Cru Fourchaume La Pièce Au Comte, die Reben stehen hier bereits seit 1934, vier Jahre vor der Gründung der Appellation Contrôlée Chablis. Die Pflanzdichte beträgt 6000 bis 8000 Stöcke/Hektar.

Die Qualität der Weine hat sich nach frostbedingten Ausfällen ab 2016 wieder auf einem erfreulich hohen Niveau stabilisiert. Die Weine der Domaine Bessin liegen seitdem bei Verkostungen stets auf den vorderen Plätzen, wenn nicht sogar auf den ersten. Und nicht nur dies, auch die Quantität paßte endlich wieder zur Nachfrage.

Die Bessins setzen bewußt etwas mehr Holz ein, um den Weinen eine üppigere Aromatik zu geben und die Weine ein wenig früher trinkreif zu machen. Dennoch verlieren sie nicht die wunderbare, glasklare Stilistik, die ausgeprägte Mineralik, die saftige Säure und das große Reifepotential. Häufig angestellte Vergleiche mit Raveneau sind bezüglich der Qualität berechtigt, jedoch setzt Raveneau etwas weniger stark auf den Ausbau im 500 Liter Holzfaß.

Der Jahrgang 2018 wird in die Annalen eingehen. Jean Claude Bessin kann sich nicht erinnern, wann eine so unglaublich gute Qualität mit üppigen Erträgen gekoppelt war. Der Charakter der Weine bleibt dennoch eher kühl, die jeweiligen Terroirs kamen perfekt in die Flasche.
Bereits jetzt ist abzusehen, daß die Reifepotentiale ebenfalls gut sind und die Erwartungen bei weitem übertreffen. Speziell die Parzellen mit altem Rebbestand, wie beim Chablis Vieilles Vignes, 1er Cru Fourchaume La Pièce au Comte und Grand Cru Valmur laufen zur Höchstform auf.
Hier heißt es, nicht lange warten, sondern möglichst schnell einkaufen.

Das Weinbaugebiet Chablis (sprich: scha·blii) benannt nach dem Städtchen am Ufer des Sereins, liegt etwa auf halber Strecke zwischen Paris und Beaune. Die Reben stehen auf mehr oder weniger steilen Hängen entlang des Flusses und der kleinen Seitentäler und ziehen sich teilweise hoch bis auf die Kuppen. Der Weinbau gelangte während der römischen Zeit in die Region, ein richtiger Aufschwung kam mit den Zisterziensermönchen der Abbaye Pontigny, die ab dem 12. Jahrhundert planmäßig Reben setzten. Bereits im 15. Jahrhundert waren die Weine aus Chablis dank der Nähe zu Paris fester Bestandteil der königlichen Tafeln. Über die Flüsse Yonne und Seine war der Transport ein Kinderspiel und die Rebfläche wuchs stetig, im 19. Jahrhundert war die Region um Chablis mit 38000 Hektar Reben eine der produktivsten Weinregionen Frankreichs. 

Nach der Reblauskrise und den beiden Weltkriegen war Chablis vinologisch nahezu am Ende. Zu Beginn der 1950er Jahre gab es weniger als 500 Hektar Reben. Ab den 1960er Jahr begann der stetige Wiederaufstieg, bessere Geräte für die Bewirtschaftung und der effektivere Schutz gegen die nach wie vor gefürchteten Frühjahrsfröste sorgten für steigende Qualitäten und Quantitäten. Um Frostschäden zu minimieren wird heute verbreitet Wasser auf die Reben gesprüht, das bei Minusgraden gefriert und die Knospen schützt. Seltener werden Wärmequellen in den Reben verteilt. Stand 2017 gab es 5479 Hektar bestockter Rebfläche.

Was macht Chablis so besonders? Mehrere Faktoren sind entscheidend, auf kalte Winter und einen regenreichen Mai folgen trockene, teils sehr heiße Sommer. Noch wichtiger ist der Untergrund, er besteht überwiegend aus Muschelkalk aus dem Erdzeitalter des Jura und ist reich an Fossilien. Versteinerte Muscheln findet man häufig, vermischt mit Lehm, Ton und Mergel, abhängig von der Parzelle und Höhenlage variieren die Bestandteile erheblich. Hier fühlt sich Chardonnay wohl, der hohe Anteil an Kalk bietet beste Voraussetzungen um Weine mit großartiger Klarheit und feinster Mineralik hervorzubringen.

Parallelen zur südlichen Champagne sind nicht zufällig, die Böden der Côte de Bar basieren auf der gleichen geologischen Formation.

Chablis verfügt über vier Appellationen, für die ausschließlich Chardonnay verwendet werden darf: Petit-Chablis, Chablis, Chablis Premier Cru und Chablis Grand Cru. Wie überall in Burgund können bestimmte Lagen auf den Flaschen erwähnt werden, wenn sie als Premier Cru oder Grand Cru klassifiziert sind. Aktuell gibt es 40 Premier Crus und sieben Grand Crus. Die Hektarhöchsterträge liegt bei 45 Hektolitern/Hektar für die Grand Crus und 50 Hektolitern/Hektar für die drei übrigen.

Neben Chardonnay dürfen die Rebsorten Aligoté, César, Gamay, Melon de Bourgogne, Pinot Noir, Pinot Blanc, Pinot Gris, Sauvignon Blanc, Sacy und Tressot angebaut werden. Sie dürfen als Bourgogne AC oder IGP auf den Markt kommen, spielen jedoch nur eine bescheidene Rolle. Es gibt 347 Weingüter und eine Genossenschaft, die 25% der Menge erzeugt. Über 62% der Produktion aus Chablis (ca. 31 Millionen Flaschen) gehen in den Export, nach Deutschland sind es etwa 4%. Der Rest bleibt in Frankreich.

Chablis hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Das allgemeine Qualitätsniveau legte deutlich zu. Es gibt immer mehr Bioweingüter und eine kleine Spitzengruppe von aktuell einem halben Dutzend Erzeugern, die das Niveau für die Zukunft vorgeben. Mit dabei sind die Domaine Moreau-Naudet und Bessin.

Lagen

  • Chablis, 1,2 Hektar überwiegend junge Reben aus 1996 und 2001, erneuert 2012
  • Chablis Vieille Vignes, 4 Hektar, zwischen 1950 und 1974 gesetzt. 1996, 2001 und 2012 gab es partiell neue Rebstöcke.
  • 1er Cru Montmains, 1,2 Hektar mit älteren Reben aus 1968 und 1974
  • 1er Cru La Forêt, 1,54 Hektar, die Reben wurden von 1967 bis 1974 gesetzt
  • 1er Cru Fourchaume, 1,15 Hektar, die ersten Reben kamen 1959 in die Erde, die letzten 1971
  • 1er Cru Fourchaume La Pièce Au Comte, 1 Hektar mit sehr alten Reben aus dem Jahr 1934
  • Grand Cru Valmur, 2 Hektar, 1947, 1962 bis 1974 und von 1995 bis 2000 lautet das Pflanzjahr.

Sorten

Chardonnay

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