Cantina Bartolo Mascarello
Ort: Barolo
Land - Gebiet: Italien - Piemont
Adresse: Bartolo Mascarello, Via Roma 15, 12060 Barolo (CN), ITALIEN
Seit dem Jahr 2005 leitet Maria Teresa Mascarello das weltberühmte Weingut Bartolo Mascarello.
Es wurde von ihrem Vater mit penibler Kleinarbeit und einer strengen Qualitätsphilosophie in die kleine Gruppe der weltbesten Erzeuger geführt.
Bartolo Mascarello war einer der profiliertesten Winzer des Piemont und als er mit fast achtzig Jahren verstarb, war die Trauer bei den Fans von Barolo groß.
Ebenso die Erwartungshaltung an seine Tochter. Die Erwartungen wurden jedoch vollkommen erfüllt, denn Bartolo hatte seine Tochter über Jahrzehnte in alle Geheimnisse der Rebsorten, die richtige Art der Vinifizierung und natürlich die Pflege der Reben eingeweiht. Bereits zu seinen Lebzeiten steuerte sie viele Bereiche auf dem Weingut.
Der Name Mascarello ist somit unverändert ein Inbegriff für allerfeinsten Barolo. Neumodischer Kram kommt auch bei Maria Teresa nur in Ausnahmefällen zum Einsatz. Immerhin gibt es eine gut gehütete Mobilfunknummer und seit wenigen Jahren auch eine E-Mail-Adresse, aber das war es dann.
Internetadresse oder Webshop? Wozu, die Weine sind eh binnen kürzester Zeit ausverkauft.
Bartolo sagte seine Meinung immer sehr deutlich, ob fachlich zum Thema Wein (Barrique, bloß nicht) oder politisch.
Die Person Berlusconi war für ihn ein Alptraum und als ihm die Galle richtig überlief, gab es für den 1999er ein Etikett mit der Aufschrift „No Barriques - No Berlusconi“.
Da wußte jeder, wo er dran war.
Von Ihrem Vater hat Maria Teresa das kämpferische Naturell geerbt, nur so läßt sich das Qualitätsniveau konstant sehr hoch halten.
Das Weingut ist klein, eigentlich winzig. Lächerliche 30.000 Flaschen verlassen im Schnitt jährlich das Weingut, zur Hälfte Barolo, der Rest sind Langhe Nebiolo, Dolcetto, Barbera und etwas Freisa.
Die Trauben kommen aus den besten Lagen um Barolo und diese gehören zur absoluten Spitze im Piemont. Ob Barolo Cannubi, Rocche Annunziata, Rué oder San Lorenzo.
Anders als bei den Kollegen gibt es bei Maria Teresa Mascarello nur einen Barolo, der Ausbau einzelner Lagen war bereits Ihrem Vater, einem bescheidenen und gebildeten Menschenfreund, ebenso suspekt wie die Verwendung von Barriques.
Den Langhe Nebbiolo (Mascarello nutzte noch lange die alte Schreibweise mit einem ‚b‘) gewinnt Maria Teresa Mascarello aus Trauben der jüngeren Rebstöcke in den großen Barololagen, die sehr sorgfältig vinifiziert werden.
Dolcetto und Barbera werden mit ebensoviel Hingabe gepflegt. Die Vorbereitungen im Weinberg mit einer grünen Lese, die naturnahe Bewirtschaftung und einem Lesezeitpunkt fast immer später als bei den Kollegen minimieren die ohnehin schon kleinen Erträge.
Die Mühe der Vinifizierung einzelner Lagen spart man sich bei Mascarello, die Trauben für den Barolo werden nicht getrennt, sondern zusammen verarbeitet.
Recht mutig, mag man da denken, allerdings läuft die Lese nach einem über Jahrzehnte eingeübten „Ballett“ ab, bei dem fast immer die gleichen Protagonisten = Lesehelfer dabei sind. Und die wissen ganz genau, was vom Stock in die Kelter soll: Nur das Beste!
Die Beeren werden ohne Stielgerüst in Zementtanks eingemaischt, speziell beim Nebbiolo es gibt schon genug Gerbstoff.
Dann dürfen die natürlichen Hefen loslegen, und das tun sie flott. Dolcetto und Barbera sind nach gut 14 Tagen fertig, der Barolo darf etwas länger Maischekontakt haben, einen Monat kann das durchaus dauern.
Nach Abschluß der Gärung werden alle Weine in große Holzfässer umgefüllt, neues Holz kommt nicht zum Einsatz. Zusammen mit denen von Giacomo Conterno werden bei Mascarello sicherlich die feinsten Barolo erzeugt, mit feiner, eleganter und sehr burgundischer Handschrift.
Oder müßte man schreiben, daß die großen Burgunder eine piemontesische Handschrift tragen?
Maria Teresa Mascarello verlor im Jahrgang 2022 im zweiten Jahr in Folge aufgrund der Trockenheit und großen Hitze deutlich an Tauben. Die Verluste waren speziell bei Nebbiolo erheblich, es gab zwischen 40 und 50% weniger Ertrag als üblich. Die spät reifende Rebsorte liebt vereinzelte Regenschauer, die jedoch nicht fielen. Die Qualität der Trauben war dennoch hoch, mit höherem Alkoholgehalt (etwa 14,5%) und harmonischer Säure.
Der Jahrgang 2021 war wie nahezu allen europäischen Anbaugebieten ebenfalls von kleineren Lesemengen geprägt. Die Qualität war exzellent, die Reben trotzten Rekordhitze und Trockenheit, jedoch lag der Lesemenge etwa 10% unter dem langjährigen Mittel.
Über 2020 ist bereits viel berichtet worden Qualität, Quantität sind außergewöhnlich gut und mit denen des herausragenden Jahrgangs 2016 vergleichbar.
Der Reifeverlauf im Jahrgang 2019 war schlicht und ergreifend perfekt. Es gab ausreichend Wasser, trockenes und nicht zu heißes Wetter im Sommer und vergleichsweise kühle Nächte. Diese Zusammenspiel sorgte speziell beim langsam reifenden Nebbiolo für eine reife Säure, großartige Harmonie und Feinheit.
Produkte von Cantina Bartolo Mascarello
2023 Barbera d'Alba Cantina Bartolo Mascarello
Inhalt: 0.75 Liter (61,20 € / 1 Liter)